Wir schreiben 2019. Und trotzdem: Viele Webseiten gleichen eher einem Irrgarten. Dabei ist doch eine authentische, professionelle Präsentation des Unternehmens so wichtig. In diesem Artikel habe ich die häufigsten Content-Fehler auf einer Webseite auseinandergenommen. Gleichzeitig habe ich unter jedem Fehler einen Tipp, wie man es besser machen kann.

1. Zu wenig (relevanter) Inhalt

Letztendlich willst Du Dich doch auf der Webseite von Deiner besten Seite zeigen. Oder? Deshalb wundere ich mich immer wieder, wie viele mit Content geizen. Ohne jetzt ins Eingemachte zu gehen, aber Du solltest versuchen mit dem Inhalt Deiner Webseite die Fragen Deiner Kunden ausführlich zu beantworten. Dazu gehören:

  • Alle notwendigen Erklärungen, was Du anbietest,
  • wer Du bist,
  • warum der User bei Dir buchen / bestellen / kaufen soll.
  • Wo er wie und was kaufen / bestellen kann.
  • Und natürlich Kontaktdaten.

Und nicht falsch verstehen, es geht nicht darum viel im Sinne von „Menge“ zu schreiben. Du solltest präzise die Erwartungen der Besucher erfüllen. Voraussetzung ist natürlich, dass Du Dich mit dem Ziel und der Zielgruppe Deiner Webseite auseinander gesetzt hast.

Mein Tipp: Um den ersten Content-Fehler zu vermeiden, lass Deine Website von jemanden überprüfen, der sich mit Deinem Business nicht auskennt und (idealerweise kennt er Dich auch nicht). Frage ihn oder sie, ob alle für den Abschluss relevanten Informationen vorhanden sind.

2. Geschwafel

Jeder, der mich kennt, kennt meinen Lieblingssatz, der da lautet: Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Wahlweise kannst Du Mensch durch Kunde, Patient oder Mitarbeiter ersetzen.

Würg.

Früher wurde zwar mehr geschwafelt als heute, aber noch immer gibt es Webtexte, die aus Floskeln und nichtssagenden Sätzen bestehen. Vielleicht kennst Du das? Man liest einen Satz und weiß gar nicht worum es geht.

„Blabla bietet die besten Voraussetzungen für eine sichere Zukunft. Dabei steht immer der Mensch im Vordergrund.  Blabla steht für Teamgeist, kooperative Führungskultur und individuelle Förderung. Ganz gleich, ob Sie noch am Anfang Ihres Berufsweges stehen oder ein neues berufliches Zuhause suchen: Willkommen bei Blabla.“

Diesen Satz habe ich nicht er-funden, sondern bei Google ge-funden.

Um welches für ein Unternehmen handelt es sich?

Dieser Satz trifft auf drölftausend Unternehmen zu.

Hier geht es zu Auflösung

Mein Tipp: Schreib so konkret wie möglich und verzichte auf Geschafel. Um den obigen Text zu nehmen, beschreibe doch konkret, wie die kooperative Führungskultur aussieht und was mit individueller Förderung gemeint ist. Und wenn es nichts Spezielles gibt, dann lasse es besser weg.

Jede Leistung, die austauschbar ist, verwässert Deine Marke. Also entweder Du schreibst konkret, und im Sinne eines Alleinstellungmerkmals, oder Du schreibst gar nichts.

3. Understatement

Tue Gutes und rede darüber. Das sagt sich so leicht, aber nicht jeder kann das gut umsetzen. Ein Qualitätsführer für eine Dienstleistung sollte z.B. schreiben, auf welche Qualitätsmerkmale er Wert legt und wie sich das für Kunden äußert. Oder eine Heilpraktikerin, die sich auf Akkupunktur bei Rückbeschwerden spezialisert hat, sollte nicht nur „Akkupunktur“ scheiben, sondern konkret, welche Wirkungen die Akkupunktur bei Rückbeschwerden haben KANN. (Achtung: Ein Heilversprechen darf man als HP natürlich nicht abgeben.)

Also versuche Deine Leistungen, Dein Angebot vollständig zu beschreiben und Deine Marke mit allen Einzelheiten darzustellen. Darunter zählen auch gewonnene Auszeichnungen, Zertifikate, aber auch Kundenreferenzen, Presseartikel und Mitgliedschaften.

Mein Tipp: Sprich mit jemanden darüber, was Dich und Deine Marke ausmacht. Versuche alle Aspekte Deiner Marke im Content darzustellen, ohne zu übertreiben.

4. Übertreibung

Der Gegenspieler von der Untertreibung ist die Angeberei. Die ist weniger häufig, aber auch Übertreiberei schadet und vergrault Kunden. Deshalb solltest Du drastische Streigerungen, wie „wir sind die besten“, „wir waren die ersten“, als „einziges Unternehmen“… vermeiden. Auch Leistungsversprechen können als Angeberei rüberkommen. „Wir garantieren Ihnen“  oder „Mit uns haben Sie innerhalb von 4 Wochen mehr Umsatz“.

Übertreibung ist auch ein Content-Fehler.

Mein Tipp: Versuche Deine Leistungen und Deine Marke so zu kommunizieren, dass sie authentisch und ehrlich präsentiert werden. Eine besonderes Angebot kann zum Beispiel aus der Sicht eines anderen kommuniziert werden, z.B. „Patienten berichten, dass es ihnen nach der xy-Behandlung schon nach wenigen Tagen besser ging.“ Das klingt weniger arrogant.

5. Der falsche Inhalt

Das ist gar nicht so selten. Jemand bietet etwas an, aber auf der Webseite steht etwas ganz anderes. Weil der Inhalt nicht aktuell ist oder weil sich der Webseiten-Betreiber gar nicht klar ist, was er eigentlich anbietet und womit er sein Geld verdienen will.

Auch irreführende Bilder können diesen Fehler erzeugen. Also Bilder, die weder zum Business, noch zu Dir passen. Stichwort Stockbilder.

Mein Tipp: Vergleiche ganz genau, was auf der Webseite steht und ob es das ist, womit Du gefunden werden willst. Achte bei Bildern, ob Sie Dich und Dein Unternehmen repräsentieren. Die Investition in ein professionelles Shooting rechnet sich meistens.

6. Fehler

Das passiert jedem. Auch mir. Und gar nicht so selten. Ich schaue auf die Webseite und bäng! schon springt mir der erste Tippfehler ins Auge. Mir passiert das, wenn ich Sätze umstelle. Dann bleiben manchmal Reste des alten Satzes stehen und das ganze Konstrukt passt nicht mehr. Und je öfter ich einen Text lese, um so weniger fallen mir Fehler auf. Erst wieder, wenn der Text nicht mehr frisch ist… :-(

Auch falsche Verlinkungen zählen dazu. Deshalb vorsicht, wenn Du Beiträge und Permalinks löschst. Ein 404-Fehler ist für den Besucher meistens ein triftiger Grund Deine Webseite zu verlassen. Auch fehlerhafte Kontaktdaten oder Bildunterschriften sind nicht gerade vertrauenserweckend. (Technische Fehler klammere ich hier bewusst aus.)

Mein Tipp: Texte der Webseite ausdrucken und jemanden „Fremdes“ drüber lesen lassen.

7. Liebloser Content

Das ist leider ganz oft so! Die meisten Webinhalte sind zusammengewurschtelt. Die Azubine (Nichts gegen Auszubildene!) hat die Texte für die neue Webseite geschrieben, oder die Sekretärin, und herausgekommen ist ein nichtsagendes Blabla, was vor Floskeln trieft. Dabei kommt es bei Webinhalten auf Einzigartigkeit an und dass die Texte kurz, präzise und leicht zu konsumieren sind.

Mein Tipp: Engagiere einen Texter, jemanden, der wirklich gute Texte schreiben kann. Sich auch mit suchmaschinenoptimierten Texten auskennt.

8. Unprofessioneller Inhalt

Auch das kommt leider vor: Unprofessionelle und falsche Inhalte. Manchmal steckt gar keine böse Absicht dahinter.

Es kann aber auch sein, dass Google an der Nase herumgeführt werden soll und Besucher mit „falschen Versprechungen“ auf die Webseite gelockt werden. Falsche Referenzen, geklaute Texte und Bilder oder eine zusammengelogene Leistungsbeschreibung – wie auch immer – früher oder später fliegt das auf.

Mein Tipp: Google wird immer schlauer und merkt sich, wenn Besucher sofort wieder wegklicken. Deshalb prüfe, ob der Content professionell ist.

9. Unklarheit

Unklar ist eine Webseite i.d.R. dann, wenn die Texte schlecht sind, also wenn alle oben genannten Content-Fehler gemacht wurden.

Das Thema Webtexte erwähne ich immer wieder, weil es so wichtig ist. Unklarheit passiert, wenn

  • die Texte unverständlich sind, vor allem wenn schwierige Sachverhalte nicht gut erklärt werden,
  • die Texte keinen roten Faden haben und man sich fragt „Was will uns der Autor sagen?“,
  • Inhalte nicht in einen Zusammenhang gebracht wurden,
  • Leistungen, Angebote und andere Inhalte nicht klar voneinander abgegrenzt werden und
  • wenn USP und Positionierung nicht deutlich gemacht werden.

Mein Tipp. Lass Texte vom Profi schreiben oder zumindest redigieren. Wer an Webtexten spart, spart an falscher Stelle.

10. Kuddelmuddel

Kuddelmuddel entsteht häufig bei einer schlechten Menüführung. Vor allem größere Webseiten müssen so strukturiert sein, dass der User die Antworten auf seine Fragen schnell und ohne viel zu klicken findet. Kuddelmuddel ist die Folge, wenn eine Webseite unstrukturiert wächst oder eine ehemals strukturierte Webseite, unstrukturiert verändert wird.

Deshalb muss die Web-Struktur immer wieder an die tatsächlichen Inhalte angepasst werden.

Mein Tipp: Schreibe Dir mal das wichtigste Ziel Deiner Webseite auf. Und dann zähle, wie oft der User klicken muss, um dieses Ziel zu erreichen.

Vom Rat jemanden Fremdes auf die Webseite gucken zu lassen.

Kann ein Außenstehender die Qualität einer Webseite einschätzen? Leider nur bedingt. Viele Prozesse im Such- und Klickverhalten laufen automatisch ab. Das heißt, einem Laien fallen die meisten Content-Fehler gar nicht auf.

Ein Laie kann Tippfehler und Rechtschreibfehler finden. Auch Linkfehler.

Aber der Laie lässt sich leicht von Layout blenden. Sind die Bilder schön, gefällt auch die ganze Webseite. Das habe ich in meiner Arbeit ganz oft erlebt.

Dass die Webseite nicht gefunden wird und keine Anfragen hervorbringt, kann der Laie gar nicht prüfen.

Eine schöne Webseite ist noch lange keine gute Webseite.

Deshalb lasst Bekannte, Freunde oder Kollegen nach Tipp- und Rechtschreibfehlern gucken. Wenn Ihr aber die Qualität Eurer Webseite insgesamt überprüfen wollt, dann lasst es lieber einen Profi machen.

 

 

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