Coaching mit zwei Tassen KaffeeWow, wieder einer, der sich als Coach selbstständig macht. Ich staune jedes Mal aufs Neue, wie viele Leute ihre gut bezahlten Jobs in den Müll werfen und Coach werden.

Was ich damit zu tun habe?

Auch Coaches brauchen eine eigene Webseite oder meine SEO-Expertise. Ich muss tief in den Businesscase meiner Kunden eintauchen, um gute Arbeit zu leisten.

„Nicht für jede Leidenschaft, gibt es einen Markt.“

Diese 5 Fragen solltest du dir stellen, ehe du dich als Coach selbstständig machst

Das ist ein besonderer Artikel. Zum einen erfährst du, wie ein angehender Coach sein Businessmodell auf Marktfähigkeit überprüfen kann. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich sehr gern die Finger in die Wunde lege und in einem Artikel ordentlich polarisieren kann ;-) Und da meine Meinung nur eine von vielen ist und eben nur meine Perspektive beinhaltet, habe ich einen Coach gefragt: Nicole Goedecke. Ihre Meinung habe ich in diesen Artikel einfließen lassen.

Trotzdem ist dieser Artikel nicht nur ein Text für Coaches. Im Gegenteil.

Jedes Businesskonzept kann mit diesen 5 Fragen überprüft werden.

Ich staune jedes Mal aufs Neue, wie viele Leute ihre gut bezahlten Jobs in den Müll werfen, um Coach zu  werden.

Nicole sagt:

Das finde ich persönlich zu krass ausgedrückt. Nicht jeder wirft seinen Job auf den Müll. Manchmal sind es die Umstände, die eine berufliche Neuorientierung notwendig machen. Leichtfertig entscheidet sich meiner Meinung nach niemand, einen gut bezahlten Job aufzugeben, um in eine unsichere Selbstständig zu gehen. Viele sind jahrelang nebenberuflich tätig bevor sie den endgültigen Ausstieg wagen.

Ok, da war ich wahrscheinlich wirklich zu krass.

Aber was hat „Coach werden“ mit meiner Arbeit zu tun?

Content muss eindeutig an eine Zielgruppe adressiert sein. Wenn ich eine neue Webseite erstelle oder als Beraterin in Sachen SEO und Content unterstütze, muss ich wissen, worum es geht. Ich bohre regelrecht nach, wo der Businesscase ist – Zielgruppen, USP, was ist der Mehrwert für den Kunden? Womit verdient meine Kunde Geld? Welche Vertriebskanäle nutzt er? Wie passt die Webseite in das Marketingkonzept.

Und dann merke ich, dass viele angehende Selbstständige sich nicht tief genug mit ihrem Businessmodell auseinandergesetzt haben. Vor allem bei beratenden Berufen, bei Coaches, ist mir das stark aufgefallen.

Überall im Netz und auf den Social Media lese ich, dass man seinen Traum leben und seiner Leidenschaft folgen soll. Wie viele Tipps, Whitepaper, Bücher und Artikel gibt es zum Thema „Mach dich selbstständig“?

Warum eine Marketingstrategie für deine Webseite und für alle anderen Maßnahmen so wichtig ist

Mir erscheint, und das ist wirklich meine subjektive Meinung, dass sich gerade jeder als Coach selbstständig macht. Und ich frage mich: Warum? Vor ein paar Jahren habe ich schon in einem Artikel gelesen, dass es wir uns alle zu Tode coachen. 😉

Nicole sagt:

Coaches haben seit Jahren Konjunktur und unsere Social Media Blase spült uns täglich mit den Angeboten voll. Die Menschen haben eine Sehnsucht nach Klarheit und Krisenzeiten, wie Corona, bringen vielfältige Sinnfragen hoch. Hierbei wollen viele Coaches unterstützen. Manche tun dies nach einem 12 Wochen Programm, andere haben jahrelang studiert, Fortbildungen gemacht und Erfahrung.

Selbstständig als Coach – Traum oder Albtraum?

Vor einigen Jahren waren es Heilpraktiker, jetzt sind es Coaches. Da der Begriff nicht geschützt ist und sich praktisch jeder Coach nennen darf, hadert auch der potenzielle Kunde mit diesem Begriff.

Früher war der Coach einer, der sich vor allem mit beruflicher Entwicklung befasst hat, heute gibt es Coaches zu jedem Thema: Gesundheitscoach, Glückscoach, Erfolgscoach, Lerncoach, Spiritueller Coach, Social-Media-Coach, Personal Coach, Marketingcoach, Resilenzcoach, Yoga-Coach, Achtsamkeitscoach, Gesangscoach, Führungskräftecoach  – um nur einige zu nennen.

Nun will ich nicht allen pauschal abraten, sich als Coach selbstständig zu machen. Ich möchte nur einige Fragen in den Raum werfen, die aus meiner Sicht bei vielen zu wenig Beachtung finden.

Wer sich selbstständig machen will, muss in der Regel einen Businessplan vorlegen und ein tragfähiges Marketingkonzept erarbeiten. Jeder Coach muss sein Angebot, USP und seine Positionierung sauber herausarbeiten. Ohne diese Marketingvorarbeit sind die Erstellung hochwertiger Inhalte und ein klarer und wirkungsvoller Internetauftritt nicht möglich.

Und da die Konkurrenz immer größer wird (ob der Markt größer wird, vermag ich nicht zu sagen), stehe auch ich als Beraterin für Webseite und SEO vor immer größeren Herausforderungen, die Webseite so auszurichten, dass sie von den richtigen Kunden auch gut gefunden wird. Der angehende Coach erwartet von mir, dass seine Webseite bei Google gut rankt und dass er zahlreiche Anfragen bekommt. Dabei ist SEO für Coaches gar nicht so einfach.

Die folgenden fünf Fragen stelle ich, weil ich möchte, dass du dein Business-Konzept hinterfragst.

1- Warum machst du dich selbstständig?

Warum willst du Coach werden?

Ich frage mich wirklich: Warum machen sich so viele als Coach selbstständig? Was ist die Motivation dahinter?

Nun ist mein Eindruck nicht repräsentativ, aber ich glaube, dass viele einfach die Nase von ihrem Angestellten-Dasein vollhaben. Und das verstehe ich auch. Angestellt zu sein bedeutet oft, dass Menschen nicht ihrer echten Begabungen und Stärken gemäß eingesetzt zu sein. Viele sind entweder über- oder unterfordert. Der Bezug zur Arbeit geht verloren. Ebenso das Gefühl „wirklich etwas geschafft“ zu haben.

Das bestätigt mir auch Nicole. Nicole berät Frauen im In- und Ausland, die vor einer beruflichen oder privaten Neuorientierung stehen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Expat-Coaching d. h. Frauen und Männer, die aus beruflichen Gründen mit der Familie ins Ausland entsendet werden und sich dort neu aufstellen müssen.

Nicole hat mir einige wichtige Gründe genannt, warum Menschen Coach werden wollen

  • Der Wunsch nach dem großen Geld: Viele rennen dem Traum nach „Mach dich selbstständig, du kannst viel Geld verdienen“, die so genannten Shiny Objects.
  • Die große Freiheit: Viele haben eine Expertise in ihrem Fach und wollen „weg von“, wie von mir oben beschrieben.
  • Aus der Krise mit Expertise: Viele werden nach einer Krise Coach, und/oder wenn sie selbst einen Coach in Anspruch genommen haben, z.B. nach Burnout, Babypause oder wenn der Arbeitgeber eine gute Abfindung geboten hat.
  • Der Wunsch „die Welt zu retten“ und Gutes zu tun. Social Media hat immens dazu beigetragen, dass sich jede und jeder mit seiner „Expertise“ ins Schaufenster stellt und meint das reiche aus, damit als Coach tätig zu sein.

Nicole ergänzt noch:

Es gibt natürlich Coaches, wie ich und andere, die darin in erster Linie einen Beruf sehen, den sie erlernt haben und der mit ihren Interessen, Erfahrungen und einem tieferen Sinn verbunden ist. Coaches, die aufrichtig und ehrlich Menschen unterstützen wollen und können und damit ähnlich wie Therapeuten zum Wohl ihrer Klienten/Kunden beitragen.

Ok, dazu noch später mehr.

Als Selbstständige kenne ich natürlich die Pro-Argumente: Mit der Selbstständigkeit kommt die Freiheit. Du kannst deinen ur-eigenen Weg gehen. Deiner Berufung folgen. Mit den Menschen arbeiten, denen deine Arbeit WIRKLICH nutzt. Menschen, die dir Anerkennung und Dankbarkeit für deine Hilfe entgegenbringen.

Und natürlich, sind das wichtige Argumente für eine Selbstständigkeit.

Und trotzdem, auch das bestätigt mir Nicole, die schon viele Jahre als Coach arbeitet:

Die wenigsten angehenden Coaches wissen, wie schwer das ist und worauf sie sich einlassen.

Doch wer die Freiheit seiner Berufung zu folgen, als wichtiges Argument nennt, vergisst leicht, dass die Selbstständigkeit auch „Unfreiheiten“ mit sich bringt.

Diesen alten Spruch von „selbst“ und „ständig“ kennt jeder. Da ist definitiv etwas Wahres dran. Bei jedem Kunden musst du prüfen, ob der Kunde zu dir passt. Oder bei Anfragen in Zeiten, in denen du eigentlich Urlaub hast. Oder von Leuten, die dir sympathisch sind, die aber das Budget nicht haben.

Extrem unfrei wirst du auch, wenn keine Kunden und Klienten kommen. Wenn keiner anruft und wenn keiner deine Leistung will. Was ist dann? Hast du einen Plan B? Nicht immer ist es so, dass es an dir liegt, wenn keiner kommt. Und damit sind wir bei Frage Nummer 2.

2- Gibt es einen Markt für deine Leidenschaft?

Denn das ist die Frage, die am wichtigsten ist. Ich habe den Eindruck, dass viele eine EHRLICHE Marktrecherche vernachlässigen. Und ich sage es mal so knallhart, wie es ist:

Nicht für jede Leidenschaft, gibt es einen Markt.

Stell deine Business-Idee auf den Prüfstand und frage dich:

  • Wer benötigt meine Leistung?
  • Wie groß ist die Zielgruppe derer, die meine Leistung benötigt?
  • Und hat meine Zielgruppe das Budget und die notwenige Zahlungsbereitschaft für meine Leistung?

Das ist der Dreh- und Angelpunkt für jedes Business. Schließlich werden das gesamte Kommunikationskonzept, der Content und die Webseite auf die Zielgruppe ausgerichtet.

Gut, du positionierst dich ganz spitz und bietest etwas an, was andere nicht anbieten. Etwas, was SCHEINBAR wirklich kein anderer macht.

Wie groß ist dafür die Zielgruppe?

Ein Business ist zum Scheitern verurteilt, wenn

  • die Zielgruppe zu klein ist und
  • wenn die Zielgruppe kein Budget hat, um deine Leistung zu bezahlen.

Und schon sind wir bei der nächsten Frage:

3- Wie viel Geld willst und kannst du mit deiner Leidenschaft verdienen?

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich noch gut an einen Fall, als ich ein Wellnessunternehmen beraten habe. Die einzelne Wellnessleistung war so günstig, dass das Unternehmen nicht wirtschaftlich agieren konnte.

Also stell Dir die Frage: Wie viel Geld kannst du für deine Coaching-Tätigkeit verlangen und wie viele Coachees musst du pro Woche haben, um (über)leben zu können.

Nicole sagt:

Ich kenne kaum Coaches, die nur vom Coaching leben. Selbst die guten und etablierten alten Hasen und Häsinnen haben zusätzliche Bücher, Workshops, Seminare, arbeiten als Trainer, sind auf Bühnen oder in Unternehmen. Im Online Geschäft sind es Kurse, Online Seminare, Affiliate Marketing, freiberufliche Zusatztätigkeiten usw.

Das finde ich furchtbar. Man will doch von seinem Beruf leben können. Oder nicht?

Kleine Beispielrechnung:

Du nimmst pro Coaching-Stunde 80€. Vielleicht kommt der Klient jede Woche zu Dir. Wie viele Coachings willst du pro Woche machen? Zwei pro Tag? Dann brauchst du etwa 10 Coachees gleichzeitig. (Das ist schon sehr positiv geschätzt)

Reich wirst du damit nicht, 160€ pro Tag * 200 Arbeitstage pro Jahr macht 32.000€ vor Steuern, ohne Krankenkasse und Altersvorsorge.

80€ ist zu wenig? Gut, dann nimm mehr. Zwei Klienten pro Tag zu viel? Dann ändere den Wert. Letztendlich ergibt sich der Preis aus Angebot und Nachfrage. Auch 200€ sind denkbar. Wenn deine Zielgruppe groß genug ist und du keine Marktbegleiter hast, alles denkbar. Doch da sind wir schon bei der nächsten Frage.

4- Wie viele Konkurrenten gibt es in deiner Stadt und Region, die dasselbe oder eine ähnliche Leistung anbieten?

Auch das ein beliebtes Thema, das gern unter den Tisch fällt. Wer ist deine Konkurrenz? Nehmen wir an, du bietest Coaching für Führungskräfte an. (Ich nehme dieses Beispiel, weil mir hier die Konkurrenz besonders groß erscheint.) Dann musst du nicht nur regionale Angebote checken, sondern auch überregionale. Insbesondere, wenn du auch Online-Coachings anbietest. Nimm dir die Zeit und eruiere, wie viele Konkurrenten es gibt:

  • Überlege dir, wie groß dein Einzugsgebiet ist (regional vs. Überregional)
  • Google nach deinen wichtigsten Leistungen, z.B. „führungskräftecoaching“
  • mit „räumlichen“ Zusatz, falls mehrere in Frage kommen, auch mehrere, z.B. „führungskräftecoaching ravensburg“
  • mach dir eine Exceltabelle und trage alle Ergebnisse zusammen, indem du vor allem auch
  • die Aktivitäten deiner Konkurrenten auf allen Kanälen erfasst

Erst dann hast du einen guten Überblick. Versuche zu verstehen, wer deiner Konkurrenten Erfolg hat und wer nicht. Und versuche zu verstehen, warum sie Erfolg haben, mit dem was sie tun.

5- Was qualifiziert dich, das anzubieten, was du anbietest?

Wenn es um ein Angebot geht, bei der die eigene Persönlichkeit eine so große Rolle spielt, wie bei einem Coach, dann musst du dich EHRLICH fragen, was dich für diese Arbeit qualifiziert.

Denn bei einem Coach geht es ja um zwei Dinge a) die fachliche Kompetenz und b) die persönliche. Wobei ich denke, dass b) noch wichtiger als a) ist. Aber vielleicht täusche ich mich.

Nicole sagt:

Im Grunde geht es immer um Authentizität um Expertise. Hat ein Coach eigene Erfahrung in dem Gebiet, wo seine Zielkunden sind und kann er zur Lösung des Problem beitragen (durch Tools/Techniken UND Erfahrung, eigene und die seiner Kunden). Am Ende entscheidet sowieso der Kunde, was zu ihm passt. Ich bin der Meinung, für jeden Topf gibt es einen Deckel. Die Frage ist nur, ob und wie man davon leben kann.

Ich kenne einen Führungskräftecoach, der hat lange Jahre erfolgreich in einer Führungsposition gearbeitet. Er verfügt über ein großes Netzwerk. Ist in den relevanten Kanälen präsent. Ist in der Lage relevanten Content zu erstellen und tut das auch regelmäßig, aber… er ist einfach nicht der Typ Coach.

(Sage ich, sehr subjektiv, aber auch gemeinsame Bekannte haben eine ähnliche Meinung.)

Er wirkt ein bisschen unnahbar, fast arrogant. Ich finde, er kommt nicht empathisch „ rüber“. Vieles, was er kommuniziert klingt ein wenig herablassend. Wahrscheinlich ist das unabsichtlich. (Vielleicht bräuchte er einfach einen Coach 😉)

Nicole ergänzt:

Auch er wird Kunden haben. Die Menschen mögen unterschiedliche Typen. Manche wünschen sich einen „Arschtreter“ die anderen eine mütterliche Figur, die die Hand hält und der nächste ein sprühendes Ideenpaket.

Danke, Nicole, das stimmt natürlich. Deine Meinung war für diesen Artikel sehr wichtig.

Hier noch mal die 5 Fragen auf einen Blick, mit denen du jedes Businesskonzept überprüfen kannst

  • Warum willst du selbstständig werden?
  • Gibt es einen Markt für deine Leidenschaft?
  • Wie viel Geld willst oder kannst du mit deiner Leidenschaft verdienen?
  • Wie viele Konkurrenten gibt es, die das Gleiche anbieten.
  • Was qualifiziert dich, das anzubieten, was du anbietest?

Eigentlich sind es nun daraus zwei Artikel geworden. Egal, Google wird ihn schon einordnen und ihn all jenen ausspucken, die sich für den einen oder den anderen Aspekt dieses Artikels interessieren.

Hast du noch ergänzende Fragen? Was sollte derjenige bedenken, der sich selbstständig macht? Vielleicht hast du noch weitere Punkte, die gehört werden sollten.

Ich freue mich über einen guten Austausch.

Du arbeitest an deiner Webseite…

und stehst auf guten Content, der bei Google auch gut rankt. Der von den richtigen Menschen gefunden wird und dann auch reelle Anfragen bringt?

Dann rufe mich an. Als BWLin kitzele ich alles Wichtige aus Dir heraus. Ich versetze mich in die Lage deiner Kunden. Hinterfrage dein Angebot und präsentiere es so auf deiner Webseite, dass es die notwendige Aufmerksamkeit erzielt. Zusammen mit meinem Team entsteht so ein Webauftritt, der deine Botschaft und dein Business authentisch und professionell in die Welt trägt.

Weitersagen