Heute geht es um Nachhaltigkeit. Halt. Ich sehe gerade vor mir, wie Du die Augen verdrehst und innerlich aufstöhnst. In der Tat wird der Begriff in vielerlei Hinsicht überstrapaziert. Und trotzdem sollte sich jeder Unternehmer damit beschäftigen, wie er in seinem Unternehmen, egal, ob groß oder klein, Nachhaltigkeitsprinzipien umsetzen kann.

Tipps für Nachhaltigkeit in kleinen Unternehmen

Nachhaltiges Wirtschaften ist keine neue Sache. Eigentlich geht es zu großen Teilen um Prinzipien, die man von einem „Unternehmer der alten Schule“ kennt und erwartet. Es geht um Fairness und Ehrlichkeit gegenüber Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, der Umwelt, sich selber usw.

Wir wissen alle, dass Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ganz oft nicht über Lippengekenntnisse hinausgeht. Manche Weltkonzerne leben sogar das Gegenteil von Fairness, wie Nestlé. Diese Unternehmen verstoßen tagtäglich und unbehelligt gegen ihre soziale Verantwortung und Umweltauflagen.

Die Politik versagt.

Doch jeder von uns muss sich fragen, ob er mit Nestlé und Co. auf einer Stufe stehen will.

Deshalb ist ein freiwilliger Beitrag zur Nachhaltigkeit so wichtig.

Sicher können kleine Unternehmen weniger Schaden anrichten, als ein Weltkonzern, der Menschenrechte mit Füßen tritt. Doch auch wir Klein- und Mittelständler haben eine Verantwortung. Auch wir müssen uns tagtäglich im Spiegel anschauen und unser Handeln reflektieren.

Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Möglichkeiten gleichzeitig wirtschaftlich und sozial verantwortlich zu handeln.

Ein paar Ideen und Tipps will ich Euch heute geben.

Was ist Social Responsibility?

Für den Begriff der Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. der Unternehmerischen Sozialverantwortung gibt es keine einheitliche Definition. Außerdem werden auch die Begriffe Corporate Responsibility oder Corporate Citizenship verwendet.

Hinter allen Bezeichnungen verbirgt sich dasselbe: Ein freiwilliger Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, der über die gesetzlichen Vorgaben hinaus geht.

Und hier gibt es drei Themenschwerpunkte.

Die drei Säulen der sozialen Verantwortung

  • wirtschaftlich-verantwortungsvolles Handeln eines Unternehmens in seiner Funktion als Marktteilnehmer,
  • ökologisch-verantwortliches Handeln eines Unternehmens und seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt sowie
  • die soziale Kompetenz eines Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitern und Stakeholdern.

Jetzt denkt Ihr vielleicht: „Puhh, das kann ich so gar nicht auseinanderklamüsern.

Doch, doch.

Bei sozialer Verantwortung geht es gar nicht darum, „etwas Weltbewegendes“ auf die Beine zu stellen.

Im Gegenteil. Social Responsibility ist in der Summe die Umsetzung von vielen Kleinigkeiten.

Vorteile eines Corporate Social Responsibility Konzepts

Vielleicht kommen Dir jetzt jede Menge Gegenargumente. Dass, das alles nicht machbar ist. Und die Zeit für so etwas fehlt auch. Das bringt doch nichts. Ich kann doch sowieso nichts ausrichten…

Die Umsetzung eines CSR-Konzept wird Dir viele Vorteile bringen.

Die wichtigsten Vorteile liegen darin, dass das nachhaltige Handeln einfach mehr Freude macht. Wenn Du Deine Kunden und Lieferanten fair behandelst, wirst auch Du fair behandelt. Anerkennender und wertschätzender Umgang im Arbeitsalltag macht glücklich.

Aus der betriebswirtschaftlichen Sicht betrachtet, hat ein CSR-Konzept u.a. folgende Vorteile:

  • Wettbewerbsvorteile
  • Risikomanagement
  • Imagepflege
  • Motivation der Mitarbeiter
  • Kostenersparnis
  • Gesellschaftliche Verantwortung

Und jetzt kommen meine Tipps.

Es sind nur Denkanstöße. Diese Maßnahmen kann ich, als (kleine) Marketingagentur, leisten. Du hast vielleicht ganz andere und viel coolere Ideen. Und ganz andere Voraussetzungen.

Nachhaltigkeitstipps für den Bereich Markt und Kunden

  • faire und nachvollziehbare Preise, die sich an der persönlichen Kalkulation und am Markt orientieren („weder Mondpreise, noch Dumping“)
  • transparente Abrechnung mit PrimaErp (monatlich als Grundlage meiner Rechnungsstellung)
  • umfassende Informationen zu Angebot, Leistungen und Preisen (Offenlegung aller Arbeitspakete und Erklärung aller Kosten)
  • absolute Ehrlichkeit gegenüber Kunden (z.B. bei Fehlern)
  • Anpassung der Preise auch nach unten (manchmal geht auch etwas schneller als gedacht, dann verlange ich weniger, als kalkuliert und angeboten)
  • Schutz übertragener Kundendaten (durch die DSGVO vertraglich geregelt und soweit machbar)
  • fairer Umgang mit Mitbewerbern (Ich bin ein Freund von Kooperationen. Solidarät und Miteinander sind für mich Prinzipien der neuen Zeit.)
  • schnelle Erledigung von Projekten und schnelle Beantwortung von E-Mails und Anrufen
  • Diskretion
  • Feedbackkultur (Ich bitte meine Kunden um Feedback, erlaube Kritik und ermögliche Bewertungen.)

Tipps für den nachhaltigen Umgang mit Lieferanten

Ich arbeite relativ selten mit externen Dienstleistern zusammen. Eine Zusammenarbeit betrifft zum einen Lieferanten von Dienstleistungen und zum anderen Lieferanten von Verbrauchsmaterial.

  • nachhaltige Auswahl vom Lieferanten, z.B. aus der Region, die selbst ihren Prinzipien treu sind und selbst ein faires Miteinander leben (Fotografen, Grafiker und Texter, die so wie ich, das Motto „leben und leben lassen“ repräsentieren)
  • transparenter Umgang mit Lieferanten (z.B. in der Angebotsphase, wenn ich mehrere Angebote einhole)
  • Pünktliche Bezahlung meiner Lieferanten (Grafiker, Hosting, IT, Fotograf, bestellte Produkte)

Tipps für soziales Engagement

  • ich halte Vorträge, u. a. an der VHS Bodenseekreis
  • als Marketingberaterin unterstütze ich als Freiwillige seit vielen Jahren den Weißblauen Bumerang in München
  • mindestens einmal pro Jahr spende ich einen mittleren Betrag,
  • teilweise verzichte ich auf Kundengeschenke und unterstütze damit jemanden, der benachteiligt ist
  • Papierspenden für Kindergarten und Schulen
  • „Mach-mit“ Projekte unterstützen
  • Bücher kaufe ich auch gern offline vor Ort.
  • Kundengeschenke erwerbe ich oft bei sozialen Projekten im Kindergarten etc.

Soziales Engagement gegenüber Mitarbeitern

Das trifft für mich nicht zu. Aber wenn Du ein Unternehmer mit Angestellten bist, dann kannst Du CSR zum Beispiel mit diesen Maßnahmen umsetzen:

  • Faire Arbeitsbedingungen, z.B. Einhaltung von Pausen und Ruhezeiten
  • Vorsorge durch faire Arbeitsplatzbedingungen, z. B. Lärmschutz, Hitzeschutz, ergonomische Büroeinrichtungen, Tische und Stühle.
  • Faire Bezahlung, tarifliche oder übertarifliche Bezahlung
  • Work-Life-Balance, („Der Mensch arbeitet, um zu leben. Nicht andersrum.“)
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (Angebote für Mitarbeiter, z.B. Rückentrainings, Stressprävention)
  • anerkennender und wertschätzender Umgang mit Mitarbeitern und Angestellten
  • Gewährleistung von Chancengleichheit
  • Ausbildung und Weiterbildung
  • Motivation durch faires Miteinander

Ideen für kleine Unternehmen, die ökologisch-verantwortungsvoll handeln möchten

Da ich größtenteils im Homeoffice arbeite, schließt mein privates soziales Handeln das berufliche oft ein.

  • Für meine Arbeit verwende ich 100% Ökostrom.
  • Ich fahre hier in Friedrichshafen viel Fahrrad oder gehe zu Fuß. Das Auto lasse ich stehen, wann immer es geht.
  • Ich fahre in kleines Auto mit niedrigem Verbrauch.
  • Dienstreisen unternehme ich nur, wenn es wirklich nicht per Telefon geht.
  • Ich drucke sehr wenig aus und wenn, dann verwende ich bereits benutztes Papier.
  • Ich verwende i.d.R. Umweltpapier.
  • Zur Reinigung verwende ich ausschließlich ökologisch-abbaubare Reinigungsmittel.
  • Ich verwende hauptsächlich fair erzeugte, regionale und Bio-Lebensmittel, z.B. Fair-Trade Cafe, Bio-Äpfel aus der Bodensee-Region, echte Milch, regionale Kekse…)
  • Müllvermeidung, wann immer es geht. (ein eigener wiederverwendbarer Cafebecher, kein eingepacktes Obst…)
  • Kein Plastik und Mikroplastik, wo es geht (z.B. Wasser in Glas-Pfandflaschen, Glas-Trinkhalme, keine Putzschwämme und Lappen, die Plastik enthalten, keine Stifte / Büromaterial aus Billig-Massen-Produktion)

Das sind nur einige Anregungen aus meinem Unternehmensalltag als Marketingberaterin. Sicher fallen Dir noch mehr Handlungsmöglichkeiten ein. Ich würde mich freuen, wenn Du die mit mir teilst und ich die Liste nach und nach erweitern kann.

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